Bis in die frühen siebziger Jahre des letzten Jahrhunderts war in Cleveland traditionell Schwerindustrie angesiedelt. Nach mehr als 10 Jahren des Niedergangs, die Bevölkerung nahm zwischen 1970 und 1982 von 900.000 auf 500.000 Einwohner ab, entwickelte sich die zweitgrößte Stadt Ohios zu einem modernen Dienstleistungs- und Kulturzentrum am südlichen Ufer des Eriesees. Heute ist Cleveland ein Anziehungspunkt für Touristen und im Sommer vom 7. bis 11. Juli Gastgeberin der „Great Lakes United Tall Ships Challenge“.
Cleveland ist meine erste Station an den Großen Seen. Am 8. Juli lande ich gegen 4 pm (23:00 Uhr MESZ) aus Hamburg via New York kommend auf dem „Cleveland Hopkins International Airport“. Bis 6 pm erwartet mich Kapitän Ulrich an Bord der ROALD AMUNDSEN. Ich bin dann einer von drei Steuerleuten, die ihm für die nautische Sicherheit und die Ausbildung der Trainees verantwortlich sind. Leben und arbeiten auf einem Traditionssegler. Seefahrerromantik und fröhliches Miteinander. Mein Reisefieber steigt von Tag zu Tag. Cleveland Tall Ships FestivalEiner der bekanntesten Söhne Clevelands ist John D. Rockefeller. Er gründete 1870 das Erdölimperium Standard Oil mit Sitz in Cleveland. Der Konzern nennt sich heute ExxonMobil und ist eines der größten und wertvollsten Unternehmen der Vereinigten Staaten. Uns in Deutschland ist Standard Oil bekannt als Esso (Motto: „Pack den Tiger in den Tank“). Der Name Esso leitet sich von den zwei phonetisch ausgesprochenen Buchstaben S O für Standard Oil ab.
Moderne Zeiten sind das. Da reist du nach Cleveland und kannst dir vorab bei einem virtuellen Stadtrundgang schon mal das anschauen, was dich interessiert. Moderne Zeiten? Klingt irgendwie auch nach kontrollierter Langeweile. Ausgesprochen praktisch ist dagegen, dass mir die freundlichen Google-Menschen ermöglichen, mich im Detail mit der Fahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln vom Flughafen zur Lakeside zu informieren. Ist schon toll, was die da so im Programm haben bei Google: Am Flughafen in die „Red Line“ (U-/S-Bahn) einsteigen, bis zur Station Tower City Rail (ZOB) fahren, dort in die „Blue Line“ oder „Green Line“ (beide Straßenbahn) umsteigen und wenige Minuten später an der Station 3. Strasse West (W 3rd St) auszusteigen. Mehr Details zu Fahrplänen etc gefällig? Guckst Du hier: Haltestelle W 3rd St Zoomst du dich noch tiefer in die Karte hinein, sind weitere Details erkennbar. Gebäude erscheinen andeutungsweise in 3D, sogenannte Points-of-Interests (kennt man vom Navi) wie Restaurants werden erkennbar. Ein weiterer Klick und ich stehe per Google-Streetview auf der Chester Ave und schaue mir das Greyhound-Gebäude an. Eigentlich … also, eigentlich muss ich jetzt gar nicht mehr nach Cleveland; kenn ja schon alles.
Die ehemaligen Industriegebiete sind heute zum Flats District und Warehouse District urbanisiert und kultiviert worden. In den alten Fabrikgebäuden finden sich zahlreiche kleine Geschäfte, Restaurants, Bars und, prägend für Cleveland, eine sehr lebhafte Musikszene. Ich freue mich schon auf entspannte Stunden in der Sonne sitzend, dem Soul, Swing oder Blues lauschend, ein kühles Bier trinkend den Tag (oder Abend) zu genießen.
Und als Rockmusikfan freue ich mich besonders auf einen Besuch in der „Rock and Roll Hall of Fame & Museum“. Dieses Museum beschäftigt sich auf sieben Stockwerken ausschließlich mit der Geschichte der Rockmusik. Genauer: mit der Entwicklung der amerikanischen Rockmusik. Außer den Beatles und Rolling Stones spielen europäische Rocklegenden wie Queen, Deep Purple und andere hier leider keine Rolle, auch wenn diese einst Hallen und Stadien in den USA füllten.
Amerikanische Städte stehen allgemein nicht im Ruf, ein nach mitteleuropäischen Maßstäben gut ausgebautes öffentliches Verkehrsnetz zu haben. Cleveland bildet hier eine angenehme Ausnahme. Metropolregion und Stadt sind bestens mit Bahnen und Bussen vernetzt. Verantwortlich hierfür ist die (Greater Cleveland) Regional Transit Authority RTA ( Regional Transit Authority ). Day Fare – also ein Tagesticket – kostet schlappe 5$. Für mich überraschend günstig. In Hamburg kostet das Tagesticket (2 Ringe) 6,50€, auch nicht zu teuer für die angebotene Leistung. Gut, wenn der EURO weiter fällt, könnten die fünf Dollar noch zur Luxusausgabe mutieren …Unmittelbar neben der Rock and Roll Hall of Fame findet sich das Great Lakes Science Center. Zu diesem gehört auch das Besucherzentrum des NASA Glenn Research Center ( NASA Glenn Research Center ). In Cleveland erforscht und entwickelt die NASA neue Technologien zur Raumfahrt. Sollte also jemals das Beamen erfunden werden, dann sicherlich hier in Cleveland. Mich als Trekkie interessiert besonders der aktuelle Forschungsstand zum Warp-Antrieb, der für uns, wie wir seit Star Trek: Der erste Kontakt wissen, die Eintrittskarte in die interplanetarische Welt und Voraussetzung für die Aufnahme in die Föderation der Vereinigten Planeten ist.
Lebe lang und in Frieden!









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