Dienstag, 2. Februar 2010

Die Kunst, eine Flugreise zu buchen

Das Gefühl kennt sicherlich jeder: Du sitzt vor dem Computer, konzentrierst dich voll auf eine echt wichtige Sache ... und irgendetwas völlig unvorhersehbares funktioniert nicht.

Einen Flug im Internet zu buchen ist ja im Grunde eine einfache Sache: Suchmaschine anwerfen, Reisedaten und weitere Wünsche angeben und schon flimmern zahlreiche Angebote über den Monitor. Fix das günstigstes Angebot anklicken und schon beginnt die digital-virtuelle Reise zum Anbieter. Jetzt noch das Buchungsformular ausfüllen. Persönliche Daten eingeben und zu guter Letzt die Art der Bezahlung festlegen. Hab ich alles genauso vor wenigen Tagen an einem Samstag gemacht. Die Buchungsbestätigung bekam ich innerhalb weniger Minuten und ich wähnte mich Glück, ging beschwingt zur Probe von Borby Gospel. Am Sonntag dann der Rückschlag: Die Buchung ist storniert, da nicht verfügbar. Aha, dachte ich, interessant. Sechs Monate im voraus buchbar, aber nicht verfügbar. Nur gucken, nicht anfassen!

Am Montag startete ich dann meinen zweiten Versuch. Anbieter suchen, Angebot auswählen, Flug hin, Flug her, über Paris, Frankfurt oder doch von Hamburg nach New York. Formular ausgefüllt, persönliche Daten und Kontoverbindung eingegeben, alles nochmal geprüft und mutig und entschlossen den Button "absenden" angeklickt. Okay, ich sah jetzt weder schwarz noch windowsblau, sondern weiß und dazu noch kryptierte Informationen: Http ... 500 ... Error ... usw. War der Flug jetzt gebucht oder nicht? Die Hotline ("der nächste freie Mitarbeiter ist für Sie da", "bitte haben Sie noch etwas Geduld") konnte helfen (!): Die Reise war nicht gebucht. Frei nach dem Motto "Täglich grüßt das Murmeltier" habe ich die Prozedur wieder von vorn angefangen. Wie heiße ich noch? Schatz, hast Du die Kontodaten weggelegt? ...

Ich schätze, die Kontobewegungen in den nächsten Tagen geben einen ersten Hinweis auf die von mir tatsächlich getätigten Flugbuchungen. Der Lackmustest folgt dann bei der Einreise in die USA: Wie reagieren Homeland Security und Einwanderungsbehörden? Habe ich mich bereits verdächtig gemacht? Gerate ich in das Netz der Terrorfahnder? ...


Mein nächster Schritt: Ich beantrage einen zweiten Reisepass, weil im ersten Pass Stempel eines arabisch-afrikanischen Staats sind und allein dies mich sicherlich zwei bis drei Tage Sicherheitsverwahrung in Newark kostet. Im September 1979 sind wir Herderschüler Abi-Jahrgang '80 nach Berlin gefahren. Wir fuhren in Lauenburg auf die Transitstrecke und wurden an der deutsch-deutschen Grenze kritisch kontrolliert. Petra, unsere Mathe-Lehrerin saß vorn neben dem Busfahrer und hatte gedankenlos die BILD-Zeitung auf die Ablage geworfen. Der Kollege Ost-Grenzer bat dann darum, diese wegzulegen. Titelstory war eine am Wochenende geglückte Ballonflucht aus der DDR ... Tage später überquerte ich in Berlin Friedrichstraße die Grenze nach Ost-Berlin. Ausweis zeigen, kurzer Blick von oben und durch war ich. Und da sah ich noch aus wie ein 'langhaariger Bombenleger' ...





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